Was bringt Beckenboden-Physiotherapie

Wie finde ich den richtigen Therapeuten für meine Bedürfnisse?

Hallo, ich bin Linda Walter und ich befasse mich beruflich mit einem sogenannten Tabuthema. Dem Beckenboden. Ich arbeite im therapiezentrum.com als Beckenboden-Physiotherapeutin am Aachener Standort auf der Krefelder Straße 218. Für mich gibt es nichts Normaleres als über Inkontinenz, Senkungen und vaginale Trockenheit zu reden und Frauen vaginal zu untersuchen. Ich hoffe, ich habe jetzt keiner Leserin die Schamesröte ins Gesicht getrieben. Für mich ist das alles völlig normal, aber ich weiß, dass es das eben für viele nicht ist. Deshalb bin ich sehr froh, diesen Text schreiben zu dürfen.

Mein Arbeitsalltag als Beckenboden-Spezialistin im therapiezentrum.com

Ich nehme euch darin mit in meinen Arbeitsalltag und erkläre euch, was ich so mache und wie ihr Physiotherapeutinnen, wie mich findet. Ich gehe einfach mal davon aus, dass Leserinnen dieses Textes in irgendeiner Form ein Problem mit dem Beckenboden haben und neugierig sind, wie so eine Beckenboden-Therapie aussieht. Oder vielleicht Angst haben, oder einfach wissen wollen wie man gute von weniger guten Therapien unterscheidet. Das alles möchte ich erläutern, ohne zu weit auszuholen. Natürlich kann ich nicht auf einzelne Krankheitsbilder eingehen, es geht darum, einen Eindruck zu bekommen. Studiert habe ich in den Niederlanden und habe danach eine Zusatzausbildung in Bochum absolviert, die dauerte circa 1,5 Jahre. Ich habe spezielle Kenntnisse über den Aufbau, Funktion und Zusammenhänge des Beckenbodens und der Beckenorgane erworben.

Beckenbodentherapie für Frauen und Männer

Ich habe Untersuchungstechniken und Behandlungsformen gelernt und besuche noch stets internationale Fortbildungen zu diesem Thema. Deshalb darf ich den fancy Titel „Physio Pelvica“ führen. Viel wichtiger ist aber, dass ich tagtäglich Frauen (und manchmal auch Männer) betreue, die an Schmerzen und/oder Inkontinenz leiden. Die größte Patientengruppe stellen die Mütter dar. Die, die glücklicherweise recht kurz nach der Geburt kommen. Und die, die 10-20 Jahre danach zu mir kommen, mit oft ausgeprägten Senkungen der Blase und/oder der Gebärmutter und einer Vielzahl an Beschwerden. Oft auch im Zusammenhang mit den Wechseljahren. Für viele meiner Patientinnen bin ich die erste, der sie mal ausgiebig ihr Leid klagen können. Damit sind wir auch schon mitten im Thema: Was mache ich?

So läuft der erste Termin bei uns im therapiezentrum.com ab

Ich nehme mir beim ersten Termin immer Zeit (30 Minuten), meine Patientin kennenzulernen, mir ihre Geschichte anzuhören und das Therapieziel festzulegen. Das machen wir gemeinsam, denn: DU bist der Boss. Um meinem Befund Struktur zu geben, verwende ich Fragebögen, wie den Deutschen Beckenboden Fragebogen oder den Wexner Score. In der Regel bekommen die Patientinnen bei der Beckenboden-Physiotherapie ein sogenanntes Miktionsprotokoll mit, dort trägt man für mehrere Tage ganz genau ein, was man wann getrunken und ausgeschieden hat (Urin und Stuhl) und ob – und wenn ja – wann man Urin oder Stuhl verloren hat und wie viel. Klingt lästig – ist es auch. Ich musste auch eins im Rahmen der Fortbildung ausfüllen, es gibt definitiv schöneres als mit einem Messbecher auf der Arbeit zum Klo zu gehen. Aber als diagnostisches Mittel gibt es mir schon sehr viel.

Außerdem gibt’s eine Einverständniserklärung für die vaginale und/oder rektale Untersuchung mit nach Hause. Hierüber kläre ich meine Patientinnen ausführlich auf, es ist schließlich ein sehr intimes Thema, intimer geht es kaum. Auch das habe ich am eigenen Leibe erfahren und weiß deshalb sehr genau, wie man sich als Patientin fühlt. Deshalb gebe ich das Formular mit nach Hause, damit die Patientinnen bis zum zweiten Termin darüber nachdenken können. Natürlich darf man nein sagen! Der Vorteil der vaginalen und/oder rektalen Untersuchung ist jedoch, dass ich nur so ganz sicher sein kann, womit ich es zu tun habe.

Nicht jeder Physiotherapeut ist auf den Beckenboden spezialisiert

Kommen wir also zum Thema Untersuchung: das hebt mich, als Physio Pelvica Physiotherapeutin, von anderen PhysiotherapeutInnen (und übrigens auch den meisten ÄrztInnen) ab. Sätze wie „Spannen Sie mal an“, „Joa ist noch schwach“, „Ist jetzt so“ gibt’s bei mir nicht. Ich untersuche die Beckenbodenmuskulatur und Organlage im Liegen und auch im Stehen. Hier taste ich nach Muskelspannung, Durchmesser der Vagina, Harnröhre und teste die Muskeln auf Kraft, Ausdauer, Wiederholungsanzahl, Schnellkraft (wichtig bei „Upps“-Momenten wie hüpfen, niesen, lachen), Entspannungsfähigkeit und Zusammenarbeit mit anderen Muskelgruppen. Zudem prüfe ich Schmerzpunkte, mögliche Narben, beurteile die Schleimhaut, das volle Programm also. Insgesamt brauche ich hierfür circa 15-20 Minuten und danach setze ich mich mit meiner Patientin in Ruhe hin und bespreche die Ergebnisse

Dein persönlicher Behandlungsplan

Erst dann stelle ich einen Behandlungsplan für die Beckenboden-Physiotherapie auf und lege los. Es kann sein, dass bei wirklich massivem Kraftdefizit erstmal mit einer Elektrotherapie begonnen wird, dann war die Anspannungsfähigkeit so gering, dass ich nicht sofort mit einem Übungsprogramm anfangen kann. Und das ist ein Problem, das oft übersehen wird, wenn man nicht gründlich untersucht. Im therapiezentrum.com haben wir für die Elektrotherapie eine Kollegin außer Haus, die Elektrotherapie mit den Patientinnen durchführt. Das nimmt mehrere Wochen in Anspruch und danach geht es dann mit meiner Behandlung weiter. Grundsätzlich geht es in der Beckenboden-Therapie um die funktionelle Beckenbodenarbeit im Alltag. Sperriger Begriff, aber je länger man darüber nachdenkt, umso sinnvoller erscheint er. Es geht nicht nur darum, geschwächte Muskeln zu stärken und bestimmte Tätigkeiten zu vermeiden. Sondern es geht mir darum den Beckenboden einzubinden, in das individuelle Leben der Patientin.

Ich möchte sensibilisieren für beckenbodenbelastende Aktivitäten, einen Wissenstransfer leisten über Funktion und Aufbau des Beckenbodens und wie man ihn beschützen kann, Selbstvertrauen mitgeben und natürlich auch ganzheitlich stärken. Also alle oben genannten Muskelfunktionen: Kraft, Kraftausdauer, Schnellkraft, Entspannungsfähigkeit. Auch über den Beckenboden hinaus, es gehört auch dazu die Haltung, wenn nötig zu verbessern, Gewicht zu reduzieren und die Wirbelsäule und Hüftgelenke zu stabilisieren. Für die Beckenbodenmuskulatur gibt es ganz konkrete Übungen, die ich gemeinsam mit der Patientin erarbeite und immer wieder wiederhole, bis ich weiß, dass die richtige Muskelgruppe angespannt wird.

Hilfsmittel sind erlaubt und erwünscht

Außerdem habe ich mittlerweile eine ansehnliche Sammlung an verschiedenen Hilfsmitteln, wie zum Beispiel Stütztampons, Pessare, Analtampons, Vaginal-Dilatoren und Kathetern. Wenn ich das Gefühl habe, etwas davon könnte dem Erreichen des Therapieziels nützlich sein, spreche ich mit meiner Patientin darüber. Generell wird in meinen Behandlungen viel Gesprochen,– was ging seit dem letzten Mal gut, was nicht, wo liegen im Alltag noch Stolpersteine? So begleite ich meine Patientinnen über viele Wochen und manchmal selbst Monate, bis wir das gemeinsame Therapieziel erreicht haben.

Wie findest du einen Physiotherapeuten für den Beckenboden?

Meine Beckenboden-Kolleginnen und ich haben im therapiezentrum.com ein tolles Netzwerk mit ÄrztInnen aufgebaut, die uns gut kennen und mit denen wir sehr gerne zusammen arbeiten. Wir erstellen Therapieberichte, die für die ÄrztInnen einen erheblichen Mehrwert darstellen. Erzählt euren ÄrztInnen ruhig von Physio Pelvica und bittet um ein Rezept. Wenn ihr ein solches Rezept in den Händen haltet, könnt ihr gerne direkt einen Termin bei uns im therapiezentrum.com vereinbaren. Ihr findet uns in Alsdorf, Aachen und Würselen. Dies geht per Mail an beckenboden@therapiezentrum.com oder telefonisch.